gut arrangiert ist die bridge innerhalb eines songs gleichbedeutend mit dem moment des menschlichen orgasmus. die einleitug stimmt. die stete und schleichende steigerung bis sie unüberfühlbar ist. die kunst jene extase zu halten. getragen zu werden von einer welle. im rausch. bis zum äußersten getrieben werden. tanzen. die hüften bewegend. stoßend. bis sie kommen. auch im übertragenen sinne. dann tragen wir sie. die masken des eros. lust. die hemmungen vernichtet vom dröhnen des bass. du schmeckst deinen schweiss wieder. alle körperfunktionen hypersensibel. es ist sowieso alles krass sensibel. die bridge ist dann besonders gut. sie macht menschen menschlich. alle viereinhalb minuten.
8/15/2010
musiktheorie.
gut arrangiert ist die bridge innerhalb eines songs gleichbedeutend mit dem moment des menschlichen orgasmus. die einleitug stimmt. die stete und schleichende steigerung bis sie unüberfühlbar ist. die kunst jene extase zu halten. getragen zu werden von einer welle. im rausch. bis zum äußersten getrieben werden. tanzen. die hüften bewegend. stoßend. bis sie kommen. auch im übertragenen sinne. dann tragen wir sie. die masken des eros. lust. die hemmungen vernichtet vom dröhnen des bass. du schmeckst deinen schweiss wieder. alle körperfunktionen hypersensibel. es ist sowieso alles krass sensibel. die bridge ist dann besonders gut. sie macht menschen menschlich. alle viereinhalb minuten.
6/26/2010
cinematograph.
... und würden wir daher bitte nicht über ficken reden?Ich weiß das wir beide ansonsten keine großen Themen mehr haben und das muss dich jetzt überhaupt nicht empören. Damit will ich lediglich sagen, dass wir ja schon über alles, sogar den bedenklichsten Stoff, gesprochen haben - in den letzten knapp wie vielen Jahren unserer Ehe, die keine ist?
Also. Damit meine ich, dass Menschen an einem gewissen Punkt nur noch so daher ficken. Schweigend. Selbst nur der Gedanke, dem anderen den Atem abzuschnüren und sei es aus den niedersten Motiven heraus, wird zu einem Akt der absoluten Erschöpfung.
So leben sie. Die Millionen und Abermillionen, die sich totgesprochen haben, noch bevor sie zu leben begonnen haben.
Schweigend in einem Zustand zweifelhafter Körpernähe. Wäre Gott ein Archivar und seine Passion ein Cinematograph, so herrschte er über ein Archiv voller schlechter Pornofilme. Dokumentationen von menschlicher Interaktion jenseits von Trieb und Instinkt wären Sammlerware von höchstem Wert.
Daher sind wir zwei sehr wertvolle Stücke in seinem Archiv.
6/13/2010
innerer reichsparteitag.
Werte Leserschaft,es ist Fussballweltmeisterschaft und die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender berichten aus Südafrika von Jogis Mannen. 'Wir' haben bereits mit 'unserer Lena' einen 'Sieg' beim Eurovision Songcontest eingefahren und glauben jetzt an ein neues 'Sommermärchen'. Wir sind ja gewohnt, dass allerlei geschmackloses Vokabular durch die Gazetten und Köpfe geistert, aber nun hat vor wenigen Minuten Katrin Müller-Hohenstein [*] bewiesen, dass es noch ein wenig doller geht. In Bezug auf Miroslav Kloses Treffer im ersten Gruppenspiel der Nationalmannschaft gegen Australien sagte sie: '(...) für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag. Jetzt mal ganz im Ernst. Das der hier heute trifft'. Schon wenige Sekunden nach der Aussage fand man bei Twitter die ersten empörten Kommentare und dann bald die ersten Blogeinträge - ganz wie diesen hier.
Natürlich wird auch wieder relativiert. Das ist nicht böse gemeint, sowieso eine Floskel und gar nicht schlimm. Die Redewendung ist jedoch laut entsprechenden Quellen unmissverständlich zweierlei. '1. Gefühl tiefster Befriedigung / Genugtuung und 2. private Zelebration rechtsradikalen Gedankengutes' [*]. Wer sich an ein Millionenpublikum wendet und die Verantwortung von Live-Moderationen übernimmt, sollte erst denken und dann sprechen.
Den relativierenden Stimmen sei gesagt: Wer meint über die, mit der Redewendung genaustens bezeichnete Zeit hinweg zu sein, sollte ebenso die mit dieser Zeit engstens verknüpften Floskeln und Phrasen aus seinem Sprachgebrauch löschen und desweiteren akzeptieren, dass die Zugehörigkeit zu einer Masse keineswegs ein Indiz dafür ist recht zu haben. Wer in der Zeit von '33 bis '45 dafür nicht genug Beweise sieht, für den ist vermutlich diese Weltmeisterschaft auch nur Mittel zum Zweck, sowie das Kollektiv ein Deckmantel für ganz andere Triebe. Nachtigall ik hör dir trapsen.
5/05/2010
ein leserbrief.
Werte Leserschaft,vor wenigen Stunden hat uns ein Brief erreicht, den wir hier veröffentlichen wollen. Der Autor hat mitgeteilt, dass dieses Schreiben an mehrere Blogs, sowie Zeitungsredaktionen versendet worden ist. Weiterhin teilte er mit, dass dieser Brief eine direkte Reaktion auf einen 'Wut-Brief' darstellt, der im Hamburger Abendblatt [*] veröffentlicht wurde.
Hierzu möchten wir darauf hinweisen, dass Leserbriefe nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion darstellen. Die Veröffentlichung, sowie Korrekturen (orthographische bzw. grammatikalische) behält die Redaktion sich vor. In der Folge der vollständige Brief, der uns heute Nachmittag erreicht hat.
Lieber anonymer Schanzenbewohner,
ich war dabei, als vor ein paar Tagen im gesamten Schanzenviertel die Gewalt eskalierte, als unter anderem Deutsche Bank, Hamburger Sparkasse, Rewe und Rossmann entglast wurden und sich das zweite Amüsierviertel dieser Stadt, in ein Kampfgebiet verwandelte. Ich habe vor deiner Haustür in unserer Stadt gestanden und nüchtern Zigaretten geraucht, während vor der Roten Flora die ersten Barrikaden brannten und betrunkene Feiertouristen johlten und jauchzten. Ich rauchte und staunte.
Es mag deine Haustür sein, aber nicht ausschließlich dein Straßenpflaster, obwohl du an warmen Tagen erscheinst, wie ein Pate, in deinem Kampf um einen guten Platz im Sonnenschein. Du magst Anwohner im Schanzenviertel sein, aber auch Bewohner dieser Stadt. Du magst hier geboren oder zugezogen sein, aber deine Umwelt ist mehr als drei, vier Straßenzüge eines Viertels. Du magst es kaum glauben, aber du bist weit weniger Schanze, als mehr Deutschland. Du bist Deutschland. Deutschland im Herbst.
Du, der du dieser Tage entsetzt, ob der destruktiven Energie einiger, und stets mehr werdender, junger Menschen bist, hast in den vergangenen Jahren mehrfach die Wahl gehabt, dieser (un)aufhaltsamen Entwicklung, mit deinem Stimmrecht bei demokratischen Wahlen, ein wenig was entgegenzusetzen. Stattdessen hat du CDU, SPD, FDP oder Grüne gewählt, auf neue Koaltionen gesetzt und sie bekommen. Stattdessen gingst du feiern, hast Sonntage verschlafen oder warst zum Picknick im Park - deine gesellschaftliche Teilhabe definierst du über Mitgliedschaften in NGOs, statt über Wahlen. Stattdessen hast du Wählergemeinschaften und Parteien gegründet, deren Halbwertszeit einer brennenden Barrikade auf dem Schulterblatt entsprechen.
Jetzt machen dir die jungen Menschen, denen du nur Hass, Hass, Hass entgegenzubringen hast, das schöne Leben unbequem. Es brennt und stinkt. Du denkst, an die Lungen deiner Kinder und bleibst immer schön passiv. Du philosophierst über den Sinn und Unsinn von Krawall. Der Frust vor deiner Haustür steigt und eigentlich erwartet man dich an einem dunklen Fenster eines Altbaus - gestützt auf ein Kissen, fürchtend entdeckt zu werden. Stattdessen bist du durch die Straßen gepirscht und hast Wut getankt. Würdest du öfter mit offenen Augen durch dein Viertel laufen, dann wüsstest du, dass diese Möchtegern-Mescaleros immer unter dir weilen. Gleich um die Ecke, nur nicht da wo deine sozialen Kämpfe in Milchschaum und Krabbelgruppe ersticken.
Vor ein paar Jahren hing in jedem Laden deines Viertels dieses Shirt mit dem Slogan "Ich hasse das Schulterblatt" - vermutlich hast du es in der Kommode liegen. Trägst du es, dann fühlst du dich furchtbar subversiv. Deine Subversion ist ein kommerzialisiertes Opfer und du merkst es nicht mal.
Deine sozialen Kämpfe sind längst vergangen, wohingegen die jungen Leute dank deiner Gestaltung des Heute, bestens lernten zu kämpfen, nur nicht wissen was sozial ist. Du hast die Rote Flora damals freigekämpft? Otto Schily und Horst Mahler waren früher auch mal links. Vielleicht sitzt du heutzutage täglich in einer dieser lichtdurchfluteten Agenturen und bist ganz furchtbar kreativ, um die überhöhten Mieten deiner Altbauwohnung zu zahlen. Das Design auf den Etiketten der Flaschen die euch um die Ohren fliegen, das Layout der Plakate die so schön brennen - eure Arbeit für eure lebenswerte Welt transformiert sich zu Scherben und Asche.
Du redest von den Radikalen, weil du selbst längst nicht mehr für radikale Lebensentwürfe bereit bist, obwohl du sie eigentlich anderen aufzwingst, in dem du seit Jahren wegsiehst, wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Du sagst unter euch "links-liberalen" Schanzenanwohnern ringe man um Lösungen, doch welche Lösungen meinst du? Dispo, Darlehen und Kita-Plätze? Du bist satt und magst die hungrigen Mäuler nicht vor deiner Haustür sehen. Die von dir so bezeichneten halbstarken Krawallos sind das längst zertrümmerte Rückgrat unserer Gesellschaft und du, der du um dein Eigentum bangst, bist der Täter. Du hälst noch den Knüppel in der Hand und verdrehst die Täter-Opfer-Beziehung.
Es scheint als gäbe es nur zwei Antiutopien. Erstens, den totalitären Staat zu deinen Gunsten, in dem du das Elend nicht sehen musst, weil es in Banlieus vegetieren muss, während du, der brave Bundesbürger, dich hinter der Staatsmacht, in deinem lebensfrohen Umfeld verschanzen kannst. Zweitens, der gesellschaftliche Zerfall, in dessen Verlauf die radikalen Verlieren (frei nach Hans Magnus Enzensberger) von Kräften instrumentalisiert werden, gegen die du heute immer und immer wieder vergisst auf die Straße zu gehen, weil du so verdammt bequem bist.
Wem gelten die halbseidenen Drohungen wirklich, lieber anonymer Schanzenanwohner, wenn du sagst, dass du für Vertreibung, auch ohne Polizeieinsatz sorgen willst? Welche Mentalität bringt solche Fantasien hervor? Vertreibung. Du hast in deiner Arroganz das wahre Ausmaß der Bedrohung, unser aller Lebensumstände nicht begriffen. So sehr ich die Gewaltorgien der letzten Tage ablehne, so sehr mich die Entstehung von rechtsfreien Räumen am 1.Mai beunruhigte, so sehr ich erschrocken war vom unwahrscheinlichen Hass der Jungs und Mädchen, so sehr ekeln mich die Reaktionen von dir und Deinesgleichen. Ihr habt versäumt die Ursachen des Übels anzugehen und ich schätze ihr werdet es weiter versäumen. Solange das so ist, erkläre ich mich mehr als nur restsolidarisch mit denen, die du nächstes Mal vergeblich zu vertreiben versuchen wirst, weil sie nicht wären was sie sind, wenn diese Stadt noch die wäre, in die ich vor vielen Jahren hineingeworfen wurde.
V., der sympathische Typ vor deiner Haustür.
1/27/2010
das etcetera prinzip.
Ich bin ja schwer dafür, dass wir einfach mal konsequent ehrlich miteinander sind. Es wird zu viel um den heißen Brei herumgeredet, zu viel diskutiert und debattiert. 'Du bist wunderschön.' Wieso sagen wir sowas nicht einfach mal zu jemandem, wenn wir es doch denken? Einfach aus dem Nichts. Weitaus mehr als solcherlei menschliches Verhalten, befremdet mich die Hypothese, dass unser aller Existenz aus dem Nichts kommen soll. Wo wir beim Etcetera-Prinzip wären und einer endlosen Kette aus Debatten, Diskussionen und Streitereien.Als Etcetera-Prinzip wird das Verhaltensmuster von Menschen bezeichnet, bei dem sie das Fehlen oder Unklarheit von Informationen beim Empfangen von Nachrichten ohne Nachfrage hinnehmen, in der Erwartung, dass sich offene Fragen im Laufe der Kommunikation aufklären lassen. [...]
ursprung.
Ich wünschte mir, wir würden einfach mal alle anhalten.
Einatmen. Ausatmen und sagen was wir wirklich denken.
Ich habe damit begonnen. Nur manchmal fällt es schon noch schwer.
Insbesondere dann, wenn es darum geht zu sagen: 'Du bist wunderschön.'
9/25/2009
erich fried: krank.
Es ist manchmal nahezu überflüssig, sich die Mühe zu machen, einen neuen Text zu formulieren. Es gibt so viele großartige Gedichte und Aufsätze. Ein Fragment aus dem Gesamtwerk von Erich Fried soll hier heute zum Nachdenken anregen. Selbstverständlich will ich ein wenig sonderlich sein und die Sätze nicht für sich stehen lassen. Bereits 2001 hat Paul Kalkbrenner diese Zeilen für sein Album "Superimpose" vertont - anhören kann es sich der geneigte Leser, am Ende dieses Eintrages.*erich fried: krank.
Wer gegen die Gesetze dieser Gesellschaft
nie verstoßen hat und nie verstößt
und nie verstoßen will
der ist krank
Und wer sich noch immer nicht krank fühlt
an dieser Zeit
in der wir leben müssen
der ist krank
Wer sich seiner Schamteile schämt
und sie nicht liebkost und die Scham
anderer die er liebt nicht liebkost ohne Scham
der ist krank
Wer sich abschrecken lässt
durch die die ihn krank krankhaft nennen
und die ihn krank machen wollen
der ist krank
Wer geachtet sein will
von denen die er verachtet
wenn er den Mut dazu aufbringt
der ist krank
Wer kein Mitleid hat
mit denen die er missachtet
und bekämpfen muss um gesund zu sein
der ist krank
Wer sein Mitleid dazu gebraucht
die Kranken nicht zu bekämpfen
die um ihn herum andere krank machen
der muss krank sein
Wer sich zum Papst der Moral
und zum Vorschriftenmacher
der Liebe macht
der ist so krank wie der Papst
Wer glaubt dass er Frieden haben kann
oder Freiheit
oder Liebe
oder Gerechtigkeit
ohne gegen seine Krankheit
und die seiner Feinde und Freunde
und seiner Päpste und Ärzte zu kämpfen
der ist krank
Wer weiß dass er weil er gesund ist
ein besserer Mensch ist
als die kranken Menschen um ihn herum
der ist krank
Wer in unserer Welt
in der alles nach Rettung schreit
keinen einzigen Weg sieht zu retten
der ist krank
8/24/2009
sardonismus der gegenwart.
Da ist eine Schreibblockade. In einem sicheren Staccato rasen die Schlagworte durch den Kopf. Sehnsucht, Einsamkeit und das mörderische Wort Liebe. Ich bin übersättigt, wie so viele meiner Altergenossen. Wir schwelgen in einem Rausch aus Konsum und Kultur. Die Suggestion der Grenzenlosigkeit, wird uns als Produkt verkauft. Wir nehmen dankend an. Haben wir uns zu Hedonisten erziehen lassen? Wir lachen ungehemmt bis der Dispositonskredit ausgereizt und vom Monat noch zu viel übrig ist, um diesen Umstand zu ignorieren. Hier beginnt, dann das Leid: Wir wollen ausgleichen. Wir wollen "auf Null kommen". Der Sardonismus liegt darin, dann zu akzeptieren, dass es sich um das Ziel handelt, nichts zu besitzen. Das krampfartige sardonische Gelächter, an dem die Seele unbeteiligt ist. Das Leid ist also nicht schmerzhaft genug. Die betäubende Wirkung des Konsums ist ein Narkotikum. Das Viertel in dem du lebst ist repräsentativer geworden, als der Inhalt deines Buchregals. Die Ray Ban Aviator küsst die Ray Ban Wayfarer. Urbane Liebe.Der Sardonismus unserer Gegenwart. Eine Reflexhandlung. Ein Versuch der Sprachlosigkeit zu entfliehen. Es braucht nicht viel geredet werden, wenn die Oberfläche alle Fronten klärt. Es wird erstmal munter selektiert, bevor der eigentliche Mensch in den Vordergrund gerückt wird. So entsteht eine gespaltene, misstrauische Gesellschaft, die einem strukturlosen Wandmosaik gleicht. So farbenfroh und kunstvoll es auch scheint, hinterlässt es einen ahnungslosen Betrachter. Was will der Künstler mir hiermit sagen? Das Chaos lässt keine Entspannung zu, es steht in Opposition zu Kosmos. Es ist die Disharmonie.
Lösungsvorschläge gibt es. Marx setzte damit an zu sagen, dass unser Sein das Bewusstsein bestimmt. Möglicherweise hat er im gesamtgesellschaftlichen Kontext damit recht. Sicher ist man sich nicht und muss man auch nicht sein. Die kleinste Einheit in unserer Gesellschaft sind schließlich auch wir selbst. Hier beginnt die Veränderung meist mit einem persönlichen Paradigmenwechsel - also einer radikalen Veränderung im eigenen Bewusstsein. Dazu müssen wir nicht erst Asketen werden.
Nebenbei gibt es noch Zustände zwischen Askese und Libertinage. Grauzonen. Der mutige Spagat. Das kann wehtun, wenn man lange bequem auf weichen Kissen gesessen und einen Ipanema nach dem anderen geschlürft hat. Ein vielzitiertes Sprichwort lautet: Schmerz ist, wenn die Schwäche den Körper verlässt. Hier passt es vortrefflich. Ich halte nicht viel von einem weltfremdem Exil, auf einer spirituellen Insel. Die Erleuchtung erscheint mir als schamloses Versprechen. Also doch lieber der Spagat und das ist letztlich, auch nicht das Rezept für diesseitiges Glück. Ist man erstmal ausgestiegen, aus dem sardonistischen Konsens und bastelt sich ein eigenes Mosaik, dann ist auch nicht alles Gold. Die Betäubung lässt nach, der Anästhesist ist auf Urlaub und die Operation Leben läuft einfach weiter. Gerade war man noch in Watte gepackt. Wir erinnern uns: Aviator küsst Wayfarer. So kann es dann passieren, dass man nächtelang hellwach und allein daliegt.
So kehren dann die staccatohaften Gedanken ein. Sehnsucht, Einsamkeit und das mörderische Wort Liebe. Bis eines Tages jemand daherkommt und dort weiterschreibt, wo du keine Worte mehr findest. Gegen Sehnsucht hilft nur Erfüllung, Einsamkeit findet nur in Zweisamkeit einen Meister und Liebe hört auf ein mörderisches Wort zu sein, wenn sie empfunden wird. Erst so kann ein Kosmos entstehen, in dem die Grenzenlosigkeit keine Suggestion und kein Produkt mehr ist.
verweise.
_foto: david lachapelle. awakened
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